Anne-Frank-Ausstellung
vom 13.1.2009 -12.2.2009 in Waiblingen
Anne Frank “Eine Geschichte für heute”
Das ist Anne Frank im Mai 1942. Ein paar Wochen später wurde sie dreizehn. Zum Geburtstag bekam sie ein Tagebuch geschenkt. Sie begann sofort mit ihren Eintragungen.
Auf die erste Seite schrieb sie: “Ich werde, hoffe ich, dir alles anvertrauen können, wie ich es noch bei niemandem gekonnt habe, und ich hoffe, du wirst mir eine große Stütze sein.”
Der größte Teil des Tagebuchs handelt von der Zeit im Hinterhaus, wo sich Anne verstecken musste.
In diesem Versteck lebte sie zusammen mit ihren Eltern, ihrer Schwester und noch vier anderen Personen. Sie waren in Lebensgefahr, denn es war Krieg und die deutsche Armee hatte die Niederlande besetzt.
Nach zwei Jahren wurden die Verfolgten im Hinterhaus doch entdeckt und verhaftet.
Anne Frank starb im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Sie war damals erst fünfzehn Jahre alt.
Von den acht Menschen aus dem Hinterhaus-Versteck überlebte nur ihr Vater die Judenverfolgung. Mehr als 100.000 Juden aus den Niederlanden sind in den Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet worden.
Nach dem Krieg kam Annes Vater zurück nach Amsterdam. Annes Tagebuch war bewahrt geblieben. Er war der Ansicht, es nicht für sich behalten zu dürfen und veröffentlichte es als richtiges Buch mit dem Titel “Das Hinterhaus”.
Das Buch fand Millionen Leser in der ganzen Welt. Jedes Jahr kommen Tausende Menschen nach Amsterdam, um das Anne Frank Haus zu besuchen. Sie wollen den Ort, wo Anne ihr Tagebuch schrieb, mit eigenen Augen sehen.
Das Tagebuch der Anne Frank hat auch wegen seiner großen Verbreitung in aller Welt verschiedene Deutungen erfahren. Für viele Menschen wurde Anne durch ihr Tagebuch zu einem Symbol jüdischen Leidens - stellvertretend für Millionen Menschen, deren Gesichter und Geschichten unbekannt geblieben sind. Andere Menschen denken bei Anne Frank an die Schriftstellerin, die sie nicht werden durfte. Viele Leser sind von ihrer Geschichte berührt, und dies ist der Ausgangspunkt für das Erleben der Ausstellung.
1948 wurde von fast allen Ländern der Erde die internationale Erklärung der Menschenrechte verabschiedet. Die Wirklichkeit sieht dennoch oft anders aus. Bis heute gibt es in vielen Ländern der Erde Nationalismus, Diskriminierung und Gewalt gegen Minderheiten. Menschenverachtende Haltungen und Intoleranz werden nach wie vor von politischen Gruppen erfolgreich propagiert. Daher muss die Fähigkeit zum respektvollen
Umgang miteinander und zur Demokratie von uns allen lebenslang gelernt werden.
Dazu will das Ausstellungsprojekt “Anne Frank - eine Geschichte für heute” beitragen.















